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Stefan Exler
Materialausgabe
Dem Besucher des MMK in Frankfurt (Museum
für Moderne Kunst) sind vielleicht die großformatigen
Fotografien des Künstlers in Erinnerung geblieben, bei denen
man sich als Betrachter vorkommt, als sei man wie eine Glühbirne
in einer Lampe unter die Decke geschraubt. Die Menschen und Gegenstände
scheinen unerreichbar fern und doch ist alles offensichtlich:
Zeichnungen und Notizen auf dem Schreibtisch, Flaschen und Flecken
auf dem Fußboden, Bücher, Kleider, Zwei, die auf einer
Matratze sitzen und miteinander reden. Mythen des Alltags. Eine
Situation, wie durch ein Fernglas betrachtet, was man falsch herum
vors Auge hält.
In Gießen zeigt Exler eine Serie
von Polaroids, die 1998-2002 im Rahmen seiner Arbeit an der Farbfotografie
Keller (200 x 240 cm, heute in der Sammlung des MMK) entstanden
sind. Ein betonierter Kellerraum: leere Getränkekisten, ein
Klapphocker, Werkzeuge, ein Rasenmäher, Kisten und Körbe,
eine große Wasserpfütze.
»Die unzähligen, verstreuten, neugierig machenden Gegenstände
sind den Menschen zugeordnet. Sie sind nicht zufällig oder
austauschbar."«
(Jean-Christophe Ammann, Sammlungsblatt)
In den Polaroids verdichtet sich ein Bild
dieses Kellers aus montierten Gegenständen und Raumansichten.
Der Betrachter recherchiert und spekuliert über Motive und
Hintergründe dieser Situation, sucht nach Erklärungen
und stellt Vermutungen über die Urheberschaft an.
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