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Zimmerbrunnen
Monika Heckner hinterfragt in verschiedenen Medien Konventionen des Umgangs mit Bildern.
Im Doppelzimmer untersucht sie Fotografie und Malerei auf ihre Tauglichkeit als „Zimmerbrunnen“ im übertragenen Sinn. Der Titel bezieht sich auf den Transfer vom realen Objekt, dem Brunnen im Außenraum, zum Bild an der Wand und seine mögliche Funktion als Einrichtungsgegenstand im Innenraum, sowie mögliche Bedürfnisse, die sich daran heften können (Erholung, Erbauung, Dekoration).
Fotografie und Malerei sind auf unterschiedliche Weise im Raum platziert und verschieden sind auch die Darstellung von Raum auf der Bildfläche und ihr Bezug zum realen Raum. Es gibt Spiegelungen, Drehungen und Wechsel von Horizontale in die Vertikale und umgekehrt. Eine Fototapete erzeugt Raumillusion, im Kontrast dazu betonen darauf angebrachte bemalte Bildträger die Flächigkeit der Wand.
Die Bilder vollziehen einen Übergang von der Realität zu Repräsentation und Abstraktion.
Ein künstlich angelegter Teich findet sich auf der Fototapete als Abbild der Spiegelung auf der Teichoberfläche wieder: Bäume, Himmel und eine kleine Fontäne. Das Motiv ist leicht verschwommen und steht auf dem Kopf. Dadurch werden die Raumbezüge unklar, und es ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich, worum es sich handelt. Fotografie tritt hier malerisch und abstrahierend auf.
Die gemalten Bilder lassen das dort nur abgebildete Fließen gegenwärtig werden, Farbe ist auf der Oberfläche geflossen und angetrocknet. Raster aus Farbrinnsalen, Wellenlinien, Streifen und Rechtecken betonen die physische Oberfläche der Bilder und die Eigenständigkeit der bildnerischen Mittel. Die Reduktion auf wenige, in Rastern angelegte Formelemente, kann im Zusammenhang mit der Fototapete an Tapetenmuster erinnern.
Durch die Art der Platzierung von Fotografie und Malerei an der Wand des Ausstellungsraums wird auf die Dekoration von Wohn-Zimmern angespielt, der Raum, in dem wir uns mit Bildern umgeben.
Ausgangsmaterial für die Serie „himmlisch irdisch“ (Edition) sind Ansichtspostkarten, wie sie allerorten zum Verkauf angeboten werden.
Viele dieser Karten präsentieren ein mehr oder weniger schönes Bild der örtlichen Verhältnisse mit einem fast unvermeidlichen, strahlend blauen Himmel darüber.
Der blaue Himmel wird aus den Ansichtkarten herausgeschnitten und am unteren Rand der Fotografie umgedreht wieder aufgeklebt. So gerät der Hintergrund in den Vordergrund und es entsteht eine neue „Ansicht“, eine neue Positiv-Negativ-Figur aus Himmel und Landschaft.
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