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Lasse-Marc Riek
Interdisziplinäre Feldforschung
Zeit spielt in den Arbeiten von Lasse-Marc Riek eine große Rolle. Das Werden und Vergehen der Natur ist auch das Prinzip seiner künstlerischen Tätigkeit. Er sieht seine Malerei als Aktion, auf die Ruhe folgt, bis sie erneut in Bewegung gerät.
Riek arbeitet vorwiegend auf Leinwand und verarbeitet zum größten Teil Naturmaterialien wie Sand, Gips, Lehmerde, Schamottstaub, Holz, Asche, Kreide, Papier, Knochen, Leinsamenöl sowie Zimt und Blut. Diese Materialien verwendet er ihrer Eigenart entsprechend, bearbeitet sie mit Spachteln, Ästen, Tierkrallen, Steinen, Messern, Händen und mit dem Bügeleisen. Um einen Dialog mit der Natur zu schaffen vergräbt er die Bilder, verstaut sie für eine Zeit in einem Bach oder zieht sie an einer Schnur hinter sich her. So gräbt sich die Zeit und die Geschichte des Künstlers und des Bildes in deren Oberfläche ein. Das Bild ist verletzlich und erhält durch Auf- und Abbau einer Ausstellung, durch das Herzeigen und wieder Wegpacken immer neue Inschriften.
Für die Ausstellung in Gießen hat Lasse-Marc Riek schon vor über einem Jahr Leinwände an „Bildpaten“ übergeben, die ein Jahr lang mit der 21 x 21 cm großen und von Riek aufgezogenen und weiß grundierten Leinwand „leben“ sollten. Unterschiedlichste Spuren des Gebrauchs aber auch sehr persönliche Erlebnisse und Sedimente von Zeit sind den Arbeiten nun eingeschrieben. Nach der Ausstellung werden die Bilder den Urhebern wieder ausgehändigt.
Im Bereich der Klangkunst bewegt Riek sich zwischen akustischer Ökologie und Bioakustik. Er ist Mitinitiator der Plattform und des Labels „Gruenrekorder“, welches sich auf Soundscapes und Field-recordings konzentriert.
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