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Oliver Carlos Tüchsen
Visionen
„Nehmen wir die Zeichnung eines Architekten oder eines Ingenieurs, den Aufriß eines Apparates oder einer Anlage; wir sehen dann überhaupt nicht die Materialität des Graphischen; das ist sein Sinn. Steigen wir nun aber eine Stufe herab in die graphische Materie: angesichts einer Handschrift ist es immer noch die Erkennbarkeit der Zeichen, die wir konsumieren, aber undurchsichtige und anderweitig bedeutende Elemente halten unseren Blick fest: die nervöse Windung der Buchstaben, der Strich, eine Verletzung im Papier, die Verlängerung der Linien.“ (Roland Barthes, Non multa sed multum, Merve: Berlin, 1983)
Stadtmenschen und Machtmenschen bevölkern die Zeichnungen von Oliver Carlos Tüchsen ebenso wie technische Apparaturen und graphische Konstruktionen. Ob er sich kulturellen Randerscheinungen, urbanen Landschaften oder sexuelle Spielarten widmet: er zeichnet sich und seine Sicht immer mit.
Der Eindruck des chaotischen und gedrängten beherrscht zunächst auch die Erscheinung seiner Graphiken. Doch wer sich Zeit nimmt, entdeckt bald die Konstruiertheit der Welten und gewinnt Einsichten über das Verhältnis von kantigen Formen, geometrischen Schnitten, grellen Farben und dem Gerüst aus Typographie.
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